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Patientenverfügung

 

Eine Patientenverfügung dient dazu den Willen eines Menschen in Bezug auf seine medizinische Behandlung auszudrücken, wenn er selbst nicht mehr dazu in der Lage ist.
Es geht also um die Frage, welche medizinisch möglichen lebenserhaltenden Maßnahmen der Verfasser bei sich angewendet haben will oder eben welche er ablehnt.

Keine leichte Frage, die man aber nicht verdrängen sollte, denn leider kann es jeden (meist unerwartet, z.B. durch einen Unfall) treffen, dass man selbst nicht mehr entscheiden kann.
Aber wann sollte ich mich aufraffen einen Patientenverfügung zu erstellen ?

Die Antwort liegt auf der Hand, oder ?

Der beste Zeitpunkt ist jetzt !

Denn auch wenn mann top fit ist, ist ein Unfall nicht immer vorhinderbar (wie das populäre Beispiel von Michael Schuhmacher zeigt) , oder leider kann man auch durch einen Schlaganfall ganz plötzlich handlungsunfähig werden, um nur einige Beispiele zu nennen.

Welche Patientenverfügungen gibt es ?

Grundsätzlich unterscheidet man 2 Arten von Patientenverfügungen, welche aber beide immer schriftlich sein müssen:

  • die BEACHTLICHE Verfügung und
  • die VERBINDLICHE Verfügung

Die verbindliche Verfügung listet exakt auf, welche lebenserhaltenden Maßnahmen vom Ersteller gewünscht, bzw. welche ausdrücklich abgelehnt werden.
Die Erstellung solch einer Verfügung hat bei einem Notar oder Rechtsanwalt zu erfolgen, wobei davor eine umfassende medizinische Aufklärung durch einen Arzt  durchzuführen ist.
Den  Anweisungen in der verbindlichen Patientenverfügung  ist vom behandelndem Arzt Folge zu leisten.
Die Gültigkeit einer solchen Verfügung ist auf 5 Jahre beschränkt, muss danach also erneuert werden.

Hingegen dient die beachtlichen Verfügung primär als Orientierungshilfe für den Arzt, um zu erkennen, was der Wunsch des Patienten betreffend der medizinischen Versorgung ist. Die letztendliche Entscheidung liegt beim Arzt. Je ähnlicher die beachtliche Verfügung der verbindlichen Verfügung ist desto bindender wird diese auch für den Arzt.
Diese Art der Verfügung erfordert grundsätzlich nicht die Beteiligung eines Anwalts bei der Erstellung.

Wem hilft die Patientenverfügung ?

Ich meine, dass solch ein Schriftstück für mehrere Personen sehr hilfreich ist:

  • dem Verfasser
    Der Verfasser beschäftigt sich mit der Situation und kann – bei klarem Verstand und nicht unter Schmerzen oder dgl. – seine Wünsche äußern, selbst über sein Leben bestimmen.
    Weiters entlastet der Verfasser andere über ihn entscheiden zu müssen.
  • dem Arzt
    Der Arzt erfährt den Willen des Patienten, den dieser zu diesem Zeitpunkt nicht mehr äußern kann, und bekommt damit die Chance möglichst im Sinne des Patienten zu entscheiden und auch zu handeln.
  • den Angehörigen
    Oft müssen die Angehörigen über medizinische Maßnahmen (mit)entscheiden. Auch wenn man – als Angehöriger – der Überzeugung ist, dass z.B. das Unterlassen einer Maßnahme für den Patienten in der Situation das Beste ist, so bleibt doch oft die Frage offen: entspricht das wirklich ihrem/seinem Wunsch , hätte sie/er, wenn sie/er es noch könnt, auch so entschieden ?
    Eine Patientenverfügung nimmt diese Unsicherheit und diese Entscheidungslast von den Angehörigen, die in der Situation ohnedies belastet sind.

Vor allem der letzte Punkt war für mich entscheidend eine Patientenverfügung zu erstellen, denn ich möchte meinen Kindern nicht eine solche Entscheidung aufbürden.

Wer sich nun für eine Patientenverfügung interessiert, im Internet gibt es viele Quellen zur Information und auch fertige Vorlagen.
Hier einige Beispiele:

 

 

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